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CAREERS LOUNGE präsentiert Personalities: Benjamin Schulz (Teil 1)

Der Sparringspartner und Troubleshooter für Personal Branding Benjamin Schulz ist Marketingexperte und Geschäftsführer der Agentur werdewelt. Seit vielen Jahren berät er mit seiner Expertise Firmen, Institute und einflussreiche Persönlichkeiten zu den Themen Strategie, Positionierung, Identität und Marketing. Mit seiner Arbeit verhilft er seinen Kunden dazu, ihre Identität und Unverwechselbarkeit zu erkennen und aktiv zu leben. Bei kabel eins stand er 2014 und 2015 für die Sendung Abenteuer Leben vor der Kamera. Schulz ist Autor zahlreicher Bücher.

CAREERS LOUNGE präsentiert: Benjamin Schukz
Experte für Personal Branding

CAREERS LOUNGE: Herr Schulz, Sie haben mit Edgar K. Geffroy zusammen ein neues Buch herausgebracht, „Erfolg braucht ein Gesicht“. Was verbirgt sich dahinter?

Benjamin Schulz: In unserem Buch geht es um das Thema Personal Branding, das heißt: „Wie werde ich als Mensch zur Marke?“ Ich bin seit vielen Jahren im Bereich „Vermarktung von Menschen“ tätig und habe festgestellt, dass sich das herkömmliche Marketing, wie wir es aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen kennen, nicht auf den Menschen übertragen lässt. Wir wollten jedoch kein klassisches Fachbuch schreiben, das wie die meisten Sachbücher voll von Marketing und To-do-Listen ist. Vielmehr nehmen wir unsere Leser mit auf eine Reise, bei der sich zwei Experten zu dem Thema austauschen. Uns interessierte bei diesem Buch, wie der Mensch zur Marke wird. Im Klartext: Was kann der Leser tun, um zur Marke zu werden? Daher geht es als Erstes um die Fragen, mit denen ich mich im Vorfeld beschäftigen muss, bevor ich den Schritt in die Öffentlichkeit wage.

Buchtipp

Lesen Sie auch unseren Buchtipp von Benjamin Schulz und Edgar K. Geffroy in der CAREERS LOUNGE und erfahren Sie u.a. mehr über Personal Branding. Zum Buchtipp 

Wieso ist Personal Branding gerade jetzt wichtiger denn je?

Wir leben in einer Wissensökonomie, in der es viele Beratungsdienstleister gibt, die Wissen verkaufen und Beratung anbieten. Die Identifikation mit dem einzelnen Menschen wird dabei immer wichtiger – wesentlich stärker, als es früher der Fall war. Bei vielen Berufen erfolgt die Identifikation über die Person. Zum Beispiel bei der Wahl eines Anwalts: Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass ein Anwalt, der in einer Kanzlei tätig ist, sein Handwerk beherrscht. Die Entscheidung wird also weniger auf der fachlichen Ebene oder aufgrund der Qualifikation getroffen, sondern eher auf der Personenebene. Dabei entscheiden wir uns nach folgenden Kriterien: Ist mir diese Person sympathisch? Vertraue ich ihm/ihr? Fühle ich mich gut aufgehoben und versteht derjenige mein Problem? Es geht also nicht um die Dienstleistung an sich, denn die Qualifikation wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Bei vielen Berufen steht der Mensch als Person mehr denn je zentral im Mittelpunkt. Relevanz bekommt das Thema dadurch, dass es heute bereits erfolgsentscheidend ist, ob sich Menschen selbst verkaufen können oder nicht.

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 Ist Personal Branding für jeden geeignet? Oder sind bestimmte Branchen dafür prädestiniert?

Personal Branding ist für jeden geeignet! Schon bei Studenten spielt Personal Branding eine große Rolle in den Bereichen Karriereberatung, Arbeitgeberwechsel, Bewerbung oder Aufstieg in der eigenen Firma. Es ist interessant für Führungskräfte, die ihr Geschäft vorantreiben und erfolgreicher werden wollen. Und es ist ein Thema, wenn ich meine Marke innerhalb einer Firma und eines Systems festigen will. Für Einzelkämpfer, Unternehmer und Vorstände ist es höchst relevant. Es ist eine Thematik, die branchenunabhängig ist und dabei hilft, sich darüber klar zu werden: Wie mache ich mich zu einer Marke? Bin ich eine Marke? Kenne ich mich? Kenne ich die Faktoren, die relevant sind für meine Identität? 

Was gehört alles dazu, eine Marke zu werden? Reicht es, ein äußerliches Markenzeichen zu haben?

Es gibt zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: Die meisten, die über den Begriff „Marke“ nachdenken, denken an auffällige Accessoires oder an besondere Auffälligkeiten wie z. B. grüne Haare oder blaue Turnschuhe. Das können verstärkende Elemente sein, aber Marke-Sein hört nicht auf, wenn ich meine blauen Turnschuhe ausziehe oder meine Haare von Grün in Rosa färbe, und wenn das so ist, dann ist das reine Inszenierung.

Wenn wir uns eine Marke beispielhaft als ein Haus vorstellen, dann wäre der blaue Schuh zu vergleichen mit einem Anstrich. Die meisten Marketingleute erarbeiten Marken allein von außen, was für Produkte eine Herangehensweise ist, die durchaus funktioniert. Für Personen gilt das aber nicht. Personal Branding und Marke-Werden heißt für mich, wir gehen in das Haus hinein und reden über die Statik, also über die Identität des Menschen. Marke heißt dann, ich kenne mich in meinem Kern, ich kenne die wichtigen Faktoren, die meine Identität ausmachen, und diese versuche ich nach außen hin auf der Fassade zur Strahlkraft zu bringen. Wenn ein Accessoire dazu gehört, ist das okay, es ist aber nicht die Hauptfrage. Die Hauptfragen lauten: Wer bin ich? Was macht mich aus? Wer bin ich in der Statik? Ist das stabil? Was ist meine Identität und wie bringe ich diese nach außen in die Wirkung?

Sie selbst sind auch eine Markenpersönlichkeit. Was haben Sie unternommen, um ein Personal Brand zu werden?

Einer der Hauptauslöser war meine zweijährige Coach-Ausbildung. In dieser Ausbildung habe ich das Thema Identität mit allen Facetten durchlaufen. In mir ist daraufhin folgender Schlüsselsatz entstanden: „Wenn ich weiß, wer ich bin, weiß ich, was ich zu kommunizieren habe und an wen.“ In dieser Zeit ist mir das ganz bewusst geworden. Ich habe immer mehr angefangen, mich nicht nach den Außenerwartungen zu verhalten, zu kleiden und zu sprechen, sondern mehr und mehr im Selbstbewusstsein und in der Souveränität, aus meiner Identität heraus zu leben und zu agieren. Das war ein ganz spannender Prozess. Ich habe für mich auch immer wieder Sparringspartner in Anspruch genommen, weil ich glaube, dass das Erarbeiten der Identität und das Beschäftigen mit sich selber nur sehr eingeschränkt alleine funktioniert. Ein guter Sparringspartner kann aus einem herausholen, was von alleine gar nicht zum Vorschein kommen kann. Klar ist das dann auch manchmal ungemütlich, weil er kritisch hinterfragen darf. In der Arbeit mit ihm erteile ich jedoch das Mandat dafür, dass er mich hinterfragt, weil auch ich blinde Flecken habe.

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Interviews

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