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CAREERS LOUNGE präsentiert Personalities: Katharina Maehrlein (Teil 1)

Katharina Maehrlein hat in den letzten 18 Jahren rund 30.000 Führungskräfte trainiert und gecoacht, nach ihrer Ausbildung zur Ergotherapeutin, dem Studium der Psychologie, Soziologie und Publizistik und ihrem Masterstudiengang mit Abschluss Master of Science im systemisch-analytischen Coaching.

CAREERS LOUNGE präsentiert Personalities: Katharina Maehrlein
Katharina Maehrlein – Expertin für Resilienz

Die Expertin für innere Kraft ist Autorin von zahlreichen Fachartikeln in Print- und Onlinemedien sowie der Bücher „Die Bambusstrategie“, „Erfolgreich führen mit Resilienz“ und Herausgeberin von „Soul@Work - Kraftvolle Unternehmen, kraftvolle Führungskräfte, kraftvolle Mitarbeiter“.

CAREERS LOUNGE: Sie sind Expertin für Resilienz. Was bedeutet Resilienz?

Katharina Maehrlein: Die Übersetzung für Resilienz lautet „innere Widerstandskraft“ und sinngemäß funktioniert Resilienz wie ein seelisches Immunsystem.

Weshalb ist Resilienz so wichtig?

In den Unternehmen wird die Welt zunehmend „VUKA“.

  • „V“ steht für Veränderung,
  • „U“ für unsicher,
  • „K“ für komplex,
  • „A“ für ambivalent bzw. mehrdeutig.

Viele Menschen leiden darunter und versuchen, diese „VUKA-Arbeitswelt“ zu handhaben oder zu kontrollieren, was jedoch häufig nicht funktioniert. Man muss in der Lage sein, mit „VUKA“ umzugehen, also in einer Welt, in der sich alles viel schneller verändert als früher. Da kommt dann das Thema Resilienz ins Spiel, denn damit gelingt das besonders gut. Allerdings ist es dabei wichtig, dass man schon vorher reagiert, nicht erst dann, wenn es zu spät ist. Bildlich gesagt ist das wie bei einem iPhone: Wenn der Akku leer ist, dauert es gefühlte zehn Minuten, bis man wieder telefonieren kann. Genauso ist es beim Menschen. Wenn der Akku leer ist, reicht es nicht, sich einen kurzen Wellnessurlaub zu gönnen, das bringt uns nicht wieder auf die Beine. Vielmehr gilt es, den Anfängen zu wehren. Aus meiner Sicht sollte man auf die ersten Anzeichen achten, zum Beispiel wenn man merkt, dass man plötzlich die anderen und sich selbst nervig findet, dass man einen Zynismus entwickelt und bei jeder Kleinigkeit aggressiv wird. Das sind Anzeichen, dass man gestresst ist. Das bedeutet jedoch noch nicht Burn-out, aber man sollte etwas dagegen tun. Man sollte sich daher regelmäßig, am besten täglich ein bisschen um sich selbst kümmern. Denn das Schlimmste ist, wenn man bereits einen Burn-out hat und immer noch nicht weiß, dass man mittendrin ist.

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Wie kann man seine Resilienz trainieren? Können Sie Beispiele geben?

Ich sehe das Thema Achtsamkeit als Universalschlüssel, um die eigene Resilienzfähigkeit zu trainieren und zu verbessern, weil dies viel mit der inneren Haltung, mit Selbstbestimmtheit und Wahlfreiheit zu tun hat. Das alles kann ich mit Achtsamkeit trainieren. Sowohl mit Achtsamkeit, als auch mit Resilienz erwerben Sie die Fähigkeit, unter allen Umständen funktionieren zu können, wenn Sie das möchten. Ich sage das extra so, weil eine ungute Diskussion seitens der Arbeitnehmer aufkommt, in der es heißt: „Die Arbeitgeber machen ja nur deshalb mit uns Resilienztraining, um noch mehr aus uns herausquetschen zu können.“ Das kann es natürlich nicht sein! Auch ein Bambus, der sehr widerstandsfähig ist, braucht Mindestbedingungen in seinem Umfeld, um überleben zu können. Er kann nicht alles aus eigener Kraft machen, aber doch eine ganze Menge.

Achtsamkeit führt also dazu, resilienter zu werden?

Eigentlich ist es ein Widerspruch, wenn ich Achtsamkeitsmeditation mit einem Ziel oder Absicht praktiziere. Denn bei Achtsamkeit geht es ja darum, dass ich bei der Sache bin, die ich gerade mache, ohne an die Zukunft, an die Vergangenheit oder an sonst irgendwas zu denken. Diese Gedankenstille funktioniert nicht, wenn ich dauernd daran denke, dass ich dieses oder jenes Ziel unbedingt erreichen will. Und trotzdem finde ich es legitim, Achtsamkeit zu empfehlen, weil selbst die Gehirnforschung attestiert, dass Achtsamkeit gut wirkt und schon nach acht Wochen und durchschnittlich 24 Minuten Übung am Tag eine Verbesserung im Hirnscan gesehen werden kann. Die graue Substanz im Gehirn verdichtet sich und im Bereich der Amygdala schrumpfen die Strukturen. Ich nenne den Bereich der Amygdala immer das „Angstbäumchen“, weil dort alle Erfahrungen und Erlebnisse abgespeichert und mit aktuellen Situationen abgeglichen werden. Durch Achtsamkeit wird dieser Bereich aufgelockert und die Äste von diesem Bäumchen schrumpfen. Auf jeden Fall nutze ich das für mich und gebe es auch gerne weiter.

Bei Achtsamkeit geht es darum, dass ich bei der Sache bin, die ich gerade mache, ohne an die Zukunft, an die Vergangenheit oder an sonst irgendwas zu denken. Die Achtsamkeitsmeditation wirkt sich positiv aus. Schon nach acht Wochen und durchschnittlich 24 Minuten Übung am Tag kann man im Hirnscan eine Verbesserung sehen.

Wie können sich Vielbeschäftigte für das Resilienztraining kleine Auszeiten nehmen?

Ich empfehle gerne Übungen aus meinem Programm „Achtsamkeit to go“. Das scheint zwar zuerst im Widerspruch zu stehen, aber Achtsamkeit kann in dem Zusammenhang eben selbst dann noch etwas tun, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern lassen. Sie können nicht immer die Bedingungen ändern, aber Achtsamkeit ist ein unübertroffenes Instrument, die eigene Kraft zu erhalten und zu erweitern. Wenn ich das „to go“ machen möchte, also nicht durch stundenlanges Sitzen mit geschlossenen Augen, dann kann ich Folgendes machen: Ich stelle das Handy so ein, dass es mich mindestens zweimal am Tag erinnert, die Augen zu schließen und den Atem für zehn Atemzüge zu beobachten. Das ist eine Sache von maximal zwei Minuten. Wenn man sehr gestresst ist, sollte man darauf achten, dass man das viermal am Tag oder sogar jede Stunde macht. Und anschließend einmal um sich schauen, Kontakt mit der Umwelt aufnehmen, und wahrnehmen, was rundherum passiert.

„Achtsamkeit to go“: Stellen Sie Ihr Handy so ein, dass es Sie mindestens zweimal am Tag erinnert, die Augen zu schließen und den Atem für zehn Atemzüge zu beobachten. Machen Sie das viermal am Tag oder sogar jede Stunde, wenn Sie sehr gestresst sind.

Wie kann man diese Praxis noch weiter vertiefen?

Im Oktober erscheint mein zweites Buch über Resilienz: „Erfolgreich führen mit Resilienz. Wie Sie sich und Ihre Mannschaft gelassen durch Druck und Krisen steuern.“ Darin erkläre ich ganz ausführlich, wie man sich dem Thema Achtsamkeit nähert, wie man die Basiskompetenzen aufbaut und was man im Alltag alles machen kann. Dieses Know-how biete ich als Seminar und Einzelcoaching an.

Sie sprechen in Ihrem neuen Buch konkret die Führungskräfte an, Resilienz ist im Management ja sehr wichtig.

In den letzten 18 Jahren habe ich rund 30.000 Führungskräfte trainiert und gecoacht. Da ist mir immer folgender Spruch aufgefallen: „Das hört sich wirklich gut an, aber in der Praxis kann man das nicht umsetzen.“ So erging es mir in meiner Anfangszeit sehr häufig und daher habe ich mich darauf spezialisiert, Möglichkeiten zu entwickeln, wie ich ohne zusätzlichen Zeitaufwand was für mich tun kann. Für die meisten ist es Businessrealität, dass sie Zeitdruck haben, es aber auch oft nicht ändern können. Wenn jemand im Tagesverlauf gestresst oder müde ist, verbindet sich das häufig mit einer schlechten Stimmung, mit einem Gefühl von Überlastung oder dem Gefühl, sich klein oder den Dingen nicht gewachsen zu fühlen. Da kann ich zum Beispiel mit den sogenannten „Power Poses“ dagegen steuern. Man hat herausgefunden, dass ich den Körper nicht nur mental, durch meine Stimmung beeinflussen kann, sondern auch dadurch, dass ich meinen Körper in die Haltung bringe, die der Haltung entspricht, die ich normalerweise einnehmen würde, wenn ich gut drauf wäre. Das sind die Siegerposen. Der Oberkörper sollte aufrecht und angespannt sein und die Arme oberhalb des Schultergürtels platziert sein. Wer Siegerposen einnimmt, empfindet nach 60 Sekunden schon eine Besserung seines Befindens.

Sie haben kürzlich den „Soul@Work“ Kongress veranstaltet. Was ist Ihre Intention für diesen Kongress?

Es geht um die Förderung von psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz. Resilienz spielt dabei eine große Rolle. Die Experten streiten sich um die Abgrenzung des Begriffs Resilienz von der Salutogenese und der positiven Psychologie. Mir geht es darum, dass Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter Möglichkeiten finden, wie sie mit dieser „VUKA-Arbeitswelt“ gut zurechtkommen, ohne zu erkranken. Und mehr noch: Wie sie dabei Freude haben, Lebensfreude behalten und wiederfinden.

Den zweiten Teil des Interviews finden Sie hier

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