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CAREERS LOUNGE präsentiert Personalities: Katharina Maehrlein (Teil 2)

Katharina Maehrlein begeistert ihr Publikum mit humorvoll-erkenntnisreichen Impulsvorträgen, Seminaren und Coachings, bei denen sie wissenschaftlich untermauerte Erkenntnisse aus der Hirnforschung und der Psychologie mit ihrer persönlichen Philosophie verbindet. Katharina Maehrlein ist Gründerin der Initiative „Stark wie Bambus", die sich für die Prävention von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz einsetzt. Sie veranstaltet jährlich den „Soul@Work Kongress“.

CAREERS LOUNGE präsentiert Personalities
Katharina Maehrlein – Expertin für Resilienz

CAREERS LOUNGE: Was meinen Sie, wie kommt mehr Soul zum Work?

Katharina Maehrlein: Meiner Meinung nach genügt es nicht, dass die Unternehmen beginnen, eine BGM-Abteilung (Betriebliche Gesundheitsmaßnahmen in Unternehmen) aufzubauen. Das ist ein guter Schritt, aber es birgt das Risiko, dass speziell die Führungskräfte sagen, dass sich die BGM-Abteilung darum kümmern soll, dass die Mitarbeiter gesund bleiben. Ich glaube, dass Führungskräfte ganz entscheidende Schlüsselpersonen im Unternehmen sind, mit deren Wohlwollen die Akzeptanz von BGM steht und fällt. Auf der anderen Seite möchte ich klarmachen, dass es nicht sein kann, dass die Führungskräfte noch zusätzlich eine Aufgabe aufgebürdet bekommen. Es geht mehr darum, wie sie elegant und beiläufig, während sie selber auf ihre Gesundheit achten, etwas für die Mitarbeiter tun und sich die Arbeit erleichtern. Es gibt einen Führungsstil, der genau das bietet - der transformale Führungsstil, in Kombination mit dem transaktionalen Führungsstil. Als Erstes ist dabei wichtig, dass die Führungskraft auch Vorbild ist. Wenn sie selbst auf ihre Gesundheit achtet, hat das einen erheblichen Einfluss auf das, was die Mitarbeiter tun. Folglich kann eine Führungskraft ohne große Aktion ganz nebenbei, indem sie auf sich selber schaut, schon etwas für die Gesunderhaltung der Mitarbeiter und damit für mehr Soul@Work tun.

Führungskräften kommt hier also eine weitere wichtige Rolle zu?

Vielen Führungskräften ist gar nicht klar, was sie in dieser Hinsicht tun könnten, und auf der anderen Seite haben viele auch Angst, weil die Führungskräfte eh schon am Anschlag sind mit dem, was sie alles tun sollen. Wenn dann das Briefing kommt, dass sie auch Therapeut für die Mitarbeiter werden sollen, fragen sie sich, wie sie das auch noch schaffen sollen. Daher ist wichtig, dass man ins Gespräch kommt und Anregungen bekommt. Es müssen nicht immer totale Veränderungen sein, es geht auch mit Kleinigkeiten.

Durch welche kleinen Handlungen werden Mitarbeiter motiviert?

Mit Soul@Work habe ich das Thema im Hinterkopf: „Artgerechte Seele am Arbeitsplatz.“ Das sind so simple Dinge wie Anerkennung, die leider oft untergeht, aber Dünger für die Seele ist. Es gibt immer noch Führungskräfte, die im Eifer des Gefechtes schlicht vergessen, wie sie dafür sorgen können, dass ein Mitarbeiter, der gut arbeitet, sich auch anerkannt fühlt. Es reicht nicht, gar nichts oder nur „gut gemacht“ zu sagen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Mitarbeiter Anerkennung deutlich zu machen, wie zu sagen: „Ich meine das ganz ernst, ich bin stolz auf dich.“ – „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was du tust.“ – „Gerne mehr davon.“ Viele Führungskräfte haben die Sorge, dass sie damit einen Kuschelkurs fahren sollen und nichts mehr fordern dürfen – aber das Gegenteil ist der Fall.

Führungskräfte sollten Mitarbeitern Anerkennung geben. Es reicht nicht, gar nichts oder nur „gut gemacht“ zu sagen. Besser: „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was du tust.“ – „Gerne mehr davon.“

Führung trägt also auch dazu bei, dass  Mitarbeiter gesund bleiben?

Man hat herausgefunden, dass der Laissez-faire-Führungsstil die Mitarbeiter am ehesten krank macht, weil sie ohne jegliche Orientierung sind. Jemanden zu fördern, kann somit ein Teil der Gesunderhaltung sein. Denn manch einer geht ja gerne zur Arbeit, weil er eine Perspektive hat, sich einbringen kann und weiß, wann er ein Ziel erreicht hat. Das hört sich simpel an, aber wenn Sie immer wie ein Sisyphus vor sich hinarbeiten und das Gefühl haben, Sie rollen jeden Tag den Stein hoch, dann rollt er wieder runter und Sie rollen ihn wieder hoch, ist das alles vollkommen sinnlos. Das kann einen kränker machen, als wenn man richtig viel zu tun hat und genau weiß, was man zu tun hat und was das Ziel ist.

Klare Ziele tragen also auch zur Gesunderhaltung bei.

Wenn das Ziel erreicht wurde, sollte es auch kurz als Ziel markiert werden, zum Beispiel mit einer kleinen Feier, bei der alle zusammenkommen und gesagt wird, dass es gut gemacht wurde und jetzt mit dem nächsten Schritt weitergeht. Es ist sehr wichtig, dass Erfolge gefeiert werden, da sonst manche Mitarbeiter gar nicht wissen, woran sie wirklich mitarbeiten. Sie haben damit keine Vision und erfahren häufig gar nicht, was das Ziel ist und ob das Ziel erreicht wurde. Beim Feiern geht es nicht darum, einen großen Event daraus zu machen, sondern eher darum, den Erfolg zu markieren.

Können Sie uns schon einen Ausblick auf den Soul@Work Kongress im nächsten Jahr geben?

Es ist ein großes Tabuthema, dass sich die Unternehmen nicht öffentlich zum Thema „Was tun Unternehmen in puncto psychische Gesundheit für ihre Mitarbeiter?“ äußern. Es war bisher kein Unternehmen bereit, öffentlich darüber zu sprechen. Ich möchte dazu beitragen, dass es selbstverständlich wird und es auch nichts Peinliches ist, wenn man, wie alle anderen Unternehmen auch, mit diesem Thema umgehen muss. 

Es wird nicht viel über psychische Gesundheit in Unternehmen geredet?

Ja, das stimmt. Es hat damit was zu tun, dass zum Beispiel solche Seminare eher von Frauen als von Männern besucht werden. Selbst Frauen in Führungspositionen melden sich für „Psycho-Seminare“ nicht gerne an, weil sie Sorge haben, sich damit als Weichei zu outen. Männliche Führungskräfte sagen eher, dass sie Respekt haben, aber keine Angst. Beim Soul@Work Kongress wird schallend gelacht und das wurde auch extra so gemacht, um nicht zu viele Ängste auszulösen. Wenn dort nur Psychiater, Psychologen und Ärzte anwesend wären, dann würden die, die es anspricht, gar nicht kommen. Meine Philosophie lautet, dass es nur zusammen geht. Ich möchte daher nicht nur Personaler, sondern auch Betriebsräte, Führungskräfte und Mitarbeiter auf dem Kongress begrüßen, weil ich glaube, dass es mehr bringt, wenn sich alle gemeinsam austauschen.

Sie selbst sind ja eine sehr erfolgreiche Persönlichkeit. Was ist Ihre persönliche Definition von Erfolg?

Früher waren Geld und die Auftragslage ein großes Thema, jetzt sind es mehr Freiheitsgrad und Selbstbestimmtheitsgrad. Wie sehr kann ich es mir leisten, dem Lustprinzip zu frönen? Kann ich es mir leisten, mitten in der Woche zu meinem Pferd zu gehen und einen schönen Ausritt zu machen? Dass ich das kann, das sind für mich die größten Dinge. Das macht Erfolg für mich sehr stark aus. 

Können Sie uns verraten, ob Sie tägliche Routinen haben, die zu Ihrem Erfolg beitragen?

Ich muss lächeln, weil ich das Gegenteil eines „Tägliche-Routine-Menschen“ bin. Routinen oder Rituale haben jedoch den Vorteil, dass sie Haltepfosten mitten im Wahnsinn bieten. Ich habe das Ritual, dass ich, egal wo ich auf der Welt bin, sonntags immer den „Tatort“ schaue. Das ist mein Sonntagabend-Ritual, was mir klarmacht, dass eine Woche vorbei ist. Damit markiere ich auch eindeutig den Übergang in die neue Woche. Ein weiteres Ritual von mir ist, dass ich sehr darauf achte, dass ich jeden Tag gesammelt beginne, weil ich festgestellt habe, dass sich so etwas durch den ganzen Tag zieht. Ich stehe dann bewusst auch eine Stunde früher auf, als ich muss, damit ich den Tag wirklich in Ruhe und gesammelt starten kann. Da kann am Tag passieren was will, das bietet mir eine Basis für den ganzen Tag.

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Wie schaffen Sie den Ausgleich zwischen Erfolg im Beruf und Freizeit? Können Sie uns einen oder mehrere Tipps geben?

Ich bin kein Freund von Work-Life-Balance, weil darin die Idee mitschwingt, dass man sich in der Freizeit die Kraft für die Arbeit holt. Dazu arbeiten wir zu lange und zu hart. Ich spreche lieber von Work-Life-Blending. Das bedeutet, darauf zu achten, wie ich die Dinge, die mir Kraft geben, in meinen Arbeitsalltag integrieren kann. Wenn ich zum Beispiel mit dem Auto im Stau stehe, ärgere ich mich nicht darüber und höre Radio, sondern meditiere. So kann ich Achtsamkeit in den Alltag einbauen, ohne dass sie zusätzlich Zeit kostet. Was ich auch empfehle, ist das Gefühl, dass man ein erfülltes Leben hat und dass man sich das auch erhält. Auch wenn andere sagen, dass es unvernünftig ist. Ich habe zum Beispiel ein Pferd, aber nicht wirklich die Zeit dazu. Ich bin extra dafür aufs Land gezogen, damit ich in fünf Minuten dort sein kann und es in meinen Alltag integrieren kann. Ich habe festgestellt, dass viele Führungskräfte nach und nach alles aufgegeben haben, was ihnen wichtig war, weil es ja nur Zeit und Geld kostet und es sie nicht weiterbringt. Wenn man nun an das Thema Resilienz denkt, dann ist es wirklich entscheidend, dass ich einen Sinn in meinem Leben und Tun sehe. Ich muss wissen, warum ich morgens aufstehe und wofür ich mein Geld verdiene. Wenn das alles weggebrochen ist, kann es schnell kritisch werden. Es gilt, darauf zu achten, was mich erfüllt und was mir Freude macht. Die Dinge, die scheinbar sinnlos sind, lassen das Gehirn wie in einer Hängematte baumeln und man ist im sogenannten Flow. Das ist dann eine Ruhepause für unseren Geist und unseren Körper. 

Was tun Sie für Ihre persönliche Weiterbildung?

Ich bin ein Weiterbildungs-Junkie. Je weiter mein Horizont ist, umso gelassener kann ich auf die Welt schauen. Ich tausche mich regelmäßig mit Kollegen aus, gehe auf verschiedene Kongresse, bin aktiv in meinem Berufsverband und in Arbeitskreisen und bin auf diversen Fortbildungen.

Welche Bücher sollten erfolgreiche Persönlichkeiten unbedingt lesen? 

  1. „Meditation für Skeptiker. Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zu sich selbst“ von Dr. Ulrich Ott.
  2. „Search inside yourself: Das etwas andere Glückscoaching“ von Chade-Meng Tan.

Wenn Sie selbst einen Misserfolg erleiden würden, wie gehen Sie damit um?

Natürlich erleide ich hin und wieder Misserfolge, aber das ist ja die Natur der Sache. Natürlich ärgere ich mich im ersten Moment, aber dann komme ich schnell dazu zu sagen, dass ich meine innere Stärke nur dann weiterentwickeln werde, wenn ich einen Grund dazu habe. Wenn ein Misserfolgserlebnis auftaucht, dann fordert mich das, damit umzugehen, im Sinne von trotzdem aufzustehen, weiterzumachen und an mich zu glauben. Was ich ganz konkret mache, ist, dass ich versuche, für mich die beste Freundin zu sein, die man sein kann. Ich verwöhne mich, koche mir etwas Schönes, ich gönne mir eine Massage oder Wellnessanwendung, oder etwas in der Art. Damit fühle ich mich schon gleich viel besser. Ich mache meine Embodyment-Übungen, was wieder das Selbstbewusstsein steigert.

Gibt es eine Eigenart oder etwas äußerlich Sichtbares, das Sie als typisch für Sie selbst, als Ihre „Marke ICH“ bezeichnen würden?

Mein Markenzeichen sind meine wilden Locken.

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