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CAREERS LOUNGE präsentiert Personalities: Ralf Wuzel (Teil 1)

Ralf Wuzel ist Gründer der „GesundheitsStrategen“, bei denen er für den Bereich Gesundheitsmanagement verantwortlich ist. Seit vielen Jahren sammelt und analysiert er Expertenwissen rund um das Thema Gesundheit, das er auch in individuellen Coachings weitergibt. Sein Kernthema ist die Prävention, die er mit einem leistungsstarken Netzwerk und neuen Ideen optimiert.

CAREERS LOUNGE präsentiert: Ralf Wuzel
Gesundheit ist kein Selbstzweck

CAREERS LOUNGE: Herr Wuzel, wie ist der Status der Gesundheit in deutschen Unternehmen? 

Ralf Wuzel: Der Gesundheitsstatus hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert: 1991 hatten wir einen durchschnittlichen Krankenstand von 4,8 % bei den gesetzlich Krankenversicherten. Dieser sank bis auf 3,32 % im Jahr 2003 und liegt jetzt wieder bei 4,25 %. Da Prozentzahlen allein wenig aussagen ist es interessant, wenn man den Arbeitsmarkt dazu sieht. Früher war der Arbeitsmarkt voll mit qualifizierten Arbeitskräften. Heute haben wir einen Arbeitsmarkt, der Leere zeigt. Deswegen ist natürlich die heutige Prozentzahl nicht bedrohlicher oder gefährlicher, aber auf jeden Fall enger für die Entscheidung von Unternehmern und Managern einzuschätzen. Und es kommt noch eins dazu: Wir haben auf dem Sektor der psychischen Erkrankungen einen erheblichen Zuwachs. Die DAK hat das unter ihren Versicherten erhoben und kam 2010 auf 12 % und jetzt hat man 2016 einen Stand von 15,1 %.

Was verstehen Sie unter psychischen Erkrankungen?

Das sind verschiedenste Symptome, die sich im Endeffekt bis in den Burnout erstrecken. Vor Jahren hat man das vielleicht noch nicht so beurteilt, da hat man Burnout noch als Nervenzusammenbruch oder Schwächezustand bezeichnet. Inzwischen weiß man durch die Komplexität der Forschung, dass Burnout ein Zustand ist, in dem Menschen auch bei Genesung nicht mehr den Zustand erreichen, den sie vor der Krankheit hatten.

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Wie wirkt sich die Digitalisierung auf diese Lage aus? 

Für mich gibt es dazu zwei unterschiedliche Ansichten. Es gibt vom DGB einen „Index für gute Arbeit“, in dem heißt es „Digitalisierung führt zu mehr Stress“, weil die Arbeitsmenge zunimmt und das würde zu „Multitasking“ führen. Ich sehe jedoch die Digitalisierung nicht nur als Belastung und Risiko, sondern vor allem als Chance. Die Digitalisierung kann Arbeitsplätze auch positiv verändern. Das ist genauso wie beim Smartphone, das kann Nutzen und Segen sein, aber auch zur Belastung werden, so wie es viele Menschen heutzutage nutzen. Viele unserer Zeitgenossen schauen 80 bis 100mal pro Tag auf ihr Handy, davon ca. 30 bis 35mal, um Nachrichten zu checken. Jedes Mal brauchen sie 16 Minuten, um wieder konzentriert in das Thema hineinzukommen, das sie vorher bearbeitet haben. Was summa summarum für uns alle bedeutet, dass wir in unserer Arbeitszeit nur etwa 1 Stunde und 40 Minuten konzentriert arbeiten. Man bekommt das oft in Besprechungen mit: Sie sehen dann diese „Scheitel-Physiognomie“. Sie schauen immer aufs Haupthaar, weil der Blick nach unten aufs Handy geneigt ist. Übrigens, nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation ihre „Suchtdefinition“ in eine Definition Abhängigkeit abgeändert und die meisten dieser extremen Smartphone-Nutzer finden sich dort wieder. Manche Menschen verstecken aus Höflichkeit ihr Smartphone unter dem Tisch, damit keiner sieht, dass sie es nutzen. Ich habe in meinen Vorträgen zu dem Thema erlebt, dass auch Ärzte klipp und klar sagten, sie hätten alles haarklein mitbekommen, obwohl Filmaufnahmen zeigten, dass sie insgesamt vier bis fünf Minuten mit ihrem Smartphone beschäftigt waren. Im weiteren Gespräch zeigte sich dann, dass sie in der „smarten Zeit“ völlig den Faden verloren hatten.

3 Anti-Stress-Tipps:

  1. Starten und enden Sie offline
  2. Halten Sie Maß. Stoppen Sie den automatischen Mailabruf. Seien Sie nicht auf Dauerempfang. Sollte die Welt untergehen, merken Sie es auch so!
  3. Mails haben Feierabendverbot

Die Digitalisierung ist für mich definitiv eine Chance. Wenn Sie die Diskussion darum betrachten, dann ist das so wie zu Zeiten als der Strom eingeführt wurde: Es befürchtete jeder, dass irgendetwas verschwindet, dass sich etwas negativ verändert. Es ist einfach unsere Natur, dass wir einerseits nach Veränderung streben, aber wenn wir zehn Menschen fragen, ob sie die Veränderung wollen, neun davon sagen: „Lieber nicht“.

Sie engagieren sich mit Edgar Geffroy und Jürgen Bockholdt in einem Experten-Netzwerk für die „Herzenssache Mitarbeiter im digitalen Zeitalter“. Was ist Ihre Mission?

Als ich anfing, mich mit Gesundheit zu beschäftigen, war mir eins klar: Gesundheit ist kein Selbstzweck. Ich muss die Unternehmer erreichen, ich muss die Mitarbeiter erreichen. Ich will die Mitarbeiter als Partner erreichen. Unsere Mission dreht sich um das, was im Mittelpunkt des Unternehmens steht: der Mitarbeiter. In Unternehmen geht es heute um Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterfindung und um die Frage: Wie kann ich meine Mitarbeiter für das Unternehmen begeistern, damit die Bindung höher wird? Dazu brauchen Sie strategische Ansätze. Aus meiner Tätigkeit in den Unternehmen habe ich erkannt, ich brauche strategische Partner, eine Allianz. Ich war froh darüber, Jürgen Bockholdt zu finden, der auf der Seite der Personalberatung steht und hohe Expertise in Bezug auf die Mitarbeiter mitbringt. Und Edgar Geffroy als Visionär, der mir zur Seite steht, was strukturelle Geschichten und Strategien im Marketing angeht. Ich sehe die Gesundheitsstrategen als eine Art Leitzentrale, die nichts anderes tut als zu sagen, wo wir was brauchen. Das ist unsere Vorgehensweise. Wir setzen uns mit den Kunden zusammen und besprechen die Ausrichtung des Unternehmens: Wie schaut meine Arbeitgebermarke aus? Will ich Wunscharbeitgeber werden? Geht es darum, eine höhere Mitarbeiterbindung zu kriegen? Oder mehr Arbeitszufriedenheit? Oder alle diese Punkte zusammen? Darin sehe ich unsere Mission: Wir bieten strategisch den Kunden individuelle Lösungen an. Wir stellen nicht nur Probleme auf, sondern begleiten den Kunden weiter bis zur Lösung.

Welche konkreten Ergebnisse erreichen Unternehmen und Mitarbeiter, wenn sie mit Ihnen zusammenarbeiten?

Die Arbeit dieser Allianz ist ein wesentlicher Baustein für eine Unternehmenskultur, die allerdings konkret umgesetzt werden muss. Es bringt nichts, wenn wir beispielsweise sagen, wir kriegen unbesetzte Stellen wieder besetzt, ohne dass Attraktivität des Unternehmens mit einer Arbeitgeber-Marke, die z.B. Wunscharbeitgeber heißt, gesteigert wird. In diesem „War for Talents“, wie es inzwischen heißt, in dem wir wirklich um neue Kräfte, um Auszubildende kämpfen, ist dies so unheimlich wichtig. Man muss den Menschen sagen, wohin das Unternehmen geht. Nur damit kann ich eine Attraktivität, eine Unternehmenskultur entwickeln. Sie fragten mich ja nach der Gesundheit in Unternehmen, da haben wir relativ hohe Krankenstände. Wir haben in der IT-Branche Unternehmen erlebt mit 30 % Krankenstand. Hohe Krankenstände sind leider kein Einzelfall.

Das heißt, wir schauen, dass der Krankenstand abnimmt, dass die Außenwirkung der Unternehmen besser wird und dass das Generationenverständnis innerhalb des Unternehmens besser wird. Ich bin inzwischen 58 und von meinen Kollegen habe ich kürzlich den Satz gehört: „Burnout gibt es bei uns nicht, da haben wir früher ein Bier getrunken und am nächsten Tag war es wieder gut.“ Von dieser Generation höre ich das immer wieder. Auch „Die Jüngeren sind alle Weicheier“. Dann frage ich: „Welche von den Jüngeren meinen Sie denn?“ „Die sind doch alle gleich!“ Aber da würde ich meine Hand nicht für ins Feuer legen. Wenn ich mir die Generation anschaue, die jetzt 24 oder 25 ist, dann ist die Generation Z wieder relativ nahe an meinen Ansichten dran. Die sind schon wieder völlig anders ausgerichtet als die Generation Y, was Karriere und was Lebensstil angeht. Meine Tochter ist genau in dem Alter, sie arbeitet in der Charité und wenn wir über Probleme in der Führung diskutieren oder wie sie etwas angehen will, dann muss ich bei dem Thema immer schmunzeln, weil ich denke, das ist relativ dicht dran an dem, was ich auch tun würde. Wenn ich mit den etwas älteren aus der Generation Y rede, dann haben wir völlig andere Ansichten. Aber das gehört dazu, dass man auch dieses Generationenverständnis verbessert. Wir haben also insgesamt den großen Vorteil, man schaut in der Zusammenarbeit, dass der Krankenstand abnimmt, die Produktivität steigt und damit kann ich auch mehr Profit erzielen. Gesundheit hat für mich einen hohen Stellenwert, aber man muss allen anderen vermitteln, es muss auch irgendetwas bringen.

Was können Unternehmen tun, damit der Krankenstand sinkt?

Das sind mehrere Sachen. In einem Produktionsunternehmen z.B. geht es oftmals einerseits um die klassischen Aussagen des Arbeitsschutzes. Was man tun kann von den Bewegungen her, d.h. bei monotonen Bewegungen die Bewegungsabläufe zu ändern. Wie bei Unternehmen der KFZ-Industrie mit der Kombination aus Robotern und normaler Arbeit, da kann ich auch viel körperbetonter Arbeit in dieses Thema verschieben, ohne Arbeitsplätze zu verlegen. Man kann viel von strukturellen Abläufen verändern. Krankenstand ist in meinen Augen oftmals auch stressbedingt, da gibt es einmal eine psychische und eine physische Seite, die eine belastet die andere und sie sind nicht getrennt. Das hat man viel zu lange modular gesehen, also die körperliche Seite hätte mit der psychischen nichts zu tun. Was aber jedem bewusst sein muss ist, dass jeder Mitarbeiter und jeder Unternehmer seine Welt von draußen in das Unternehmen mit hinein trägt. Das legt man ja nicht an der Garderobe ab. Viele Geschichten aus dem Privatleben ziehen sich einfach durch das Unternehmen, d.h. wenn ich anfange, Arbeitsplätze anders zu strukturieren, wenn ich Stressoren im Unternehmen beseitige, die sich eben auf mein Stressempfinden auswirken, kann ich viel daran verändern und Krankenstände reduzieren. Vor allem, wenn ich erst einmal weiß, von was das Ganze kommt.

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Exklusiv-Interviews

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